Grundschule Leuscheid
Grundschule Leuscheid

Oktober 2016:

Projektwoche "Respekt"

 

Aus den Stufen 1 und 2:

Im Rahmen der Projektwoche zum Sozialen Lernen beschäftigten sich die Kinder in den Stufen 1/2 mit der gewaltfreien Kommunikation. Wir wollten lernen, wie wir besser und rücksichtsvoller miteinander umgehen können. Dabei spielt die Art, wie wir miteinander sprechen, eine große Rolle. Unser Ziel sollte sein, dass sich alle hier in der Klasse wohlfühlen und wir respektvoll miteinander umgehen.

Wenn wir uns wohlfühlen, jemanden mögen und von schönen Gefühlen sprechen, dann sagt man oft, dass diese Gefühle „vom Herzen“ kommen. „Jemand hat ein großes Herz“. Deshalb schnitt zunächst jedes Kind ein großes rotes Herz aus, auf dem all das hineingezeichnet oder geschrieben werden konnte, was für sein Leben wichtig ist, damit es sich in seinem Leben wohlfühlt. Diese Herzen wurden anschließend an einer Pinnwand ausgestellt. Dann lernten die Kinder die beiden Tiere aus der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg kennen, die Giraffe und den Wolf.

Die Giraffe ist das Landtier mit dem größten Herzen. Ihr langer Hals verschafft ihr einen guten Überblick und Weitsicht. Die Giraffe steht für eine einfühlsame und verständnisvolle Kommunikation. Das zweite Tier ist der Wolf, der eine andere Sprache spricht. Die Wolfssprache steht für beleidigen, angreifen, moralisieren und beschuldigen. Wenn wir uns ungerecht behandelt oder angegriffen fühlen, oder wenn wir eigene Wünsche durchsetzen wollen, sprechen wir gern in der Wolfssprache. Die Wolfssprache trennt, die Giraffensprache vereint. Die Giraffensprache ist die Sprache des Herzens, denn sie erklärt, bittet und versteht.

Das wurde den Kindern in den verschiedenen durchgeführten Rollenspielen bewusst, in denen Situationen aus dem eigenen Alltag der Kinder thematisiert wurden. Im anschließenden Gespräch brachten die Kinder ihre Gefühle zum Ausdruck und allen wurde klar, wie verletzend doch auch Worte sein können. An jedem Tag in dieser Woche bemühten wir uns möglichst nur in der Giraffensprache miteinander zu sprechen. Das war eine schöne und angenehme Erfahrung. Natürlich gelingt das im Alltag nicht immer leicht.  Dennoch hat diese Unterrichtseinheit bei den Kindern ein Bewusstsein geschaffen, so dass sie sich auch heute noch in entsprechenden Situationen schon selbst an die Giraffensprache erinnern, wenn jemand in die Wolfssprache zurückgefallen ist. Unser Ziel ist es, die Sprache des Herzens, die Giraffensprache, uns immer wieder im Alltag bewusst zu machen, damit wir uns alle wohlfühlen können und gerne miteinander leben und lernen.

Damit wir uns immer wieder schnell erinnern können, malte jedes Kind abschließend eine Giraffe mit einem großen Herz. Diese klebten wir auf ein gemeinsames Plakat, das nun für alle gut sichtbar aushängt.

 

Aus den Stufen 3 und 4:

In der Projektwoche zum Thema „Respekt“ haben die Kinder Strategien und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen, um dieses Thema zu vertiefen. So hat die Klasse 3/4 a Rollenspiele zu den Schulregeln überlegt und durchgeführt. Die Kinder überlegten, welche Szenen welche Schulregel widerspiegeln. Die Kinder der Klasse berieten und rieten die richtige Regel, indem sie diese immer wieder an der Klassentür nachlasen.

Im Erzählkreis gaben die Kinder den Erzählvogel höflich weiter, indem sie „ Bitte Alia, danke Florian“ sagten. Außerdem übten die Kinder den höflichen Umgang während Gesprächen, indem sie z.B. Blickkontakt hielten, „ Danke“ und „ Bitte“ sagten .

In dieser Gesprächsrunde übten sie auch die so genannte Warme Dusche für verschiedene Kinder. Später schrieben die Kinder auch Warme Duschen, in denen sie notierten, was sie besonders an diesem Kind mögen und was dieses Kind gut kann.

Während des Schultages und auch zu Hause bekamen die Kinder die Aufgabe, eine gute Tat zu vollbringen: Welche gute Tat habe ich heute getan?

In dieser Woche durften die Kinder von zu Hause Gesellschaftsspiele mitbringen und  in Teams spielen. Dabei wurde u.a. das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Als Begrüßung und/ oder Abschluss eines jeden Tages haben die Kinder das Drückerspiel kennen gelernt. Dabei hielten sie sich im Kreis stehend an der Hand, ein Kind drückte die Hand seines Nachbarn. Sobald der Drücker bei ihm wieder ankam, sagte es etwas Nettes über die Klasse oder die Kinder.

In unserer Projektwoche hat die Klasse die Giraffen- und Wolfssprache eingeübt und ihre Vorzüge erkannt. Sie arbeiteten die Merkmale der Giraffen- und Wolfssprache heraus, gestalteten rote Herzen, auf denen sie Menschen notieren, die in ihren Herzen einen Platz haben und warum. Besonders das szenische Spiel in Teams zur Giraffensprache hat ihnen viel Freude bereitet.

Zu einer angenehmen Lernatmosphäre gehörte in dieser Woche auch, dass wir schöne Lieder heraus suchten, die zum Thema passten, wie z.B. „ Wenn einer sagt, ich mag dich, du…“, „ Er hält die ganze Welt…“, „ Im Land der Blaukarierten…“

Ihre Klasse gestalteten die Kinder desweiteren noch mit einer Puzzlehand aus 25 Teilen. Jedes Kind war Teil einer großen Hand, die später zu einer Stopp- Hand zusammengesetzt wurde.

Bei dem Spiel „Menschen- Memory“  bildeten die Kinder Paare, die sich eine pantomimische  Bewegung überlegten, zwei Kinder gingen aus der Klasse und fanden später die Pärchen (eine Idee von Skills4Life).

Seit dieser Projektwoche wiederholen die Kinder immer wieder ausgewählte Möglichkeiten, um sich gegenseitig „Respekt“ zu erweisen. So verinnerlichten sie z.B. die Giraffensprache und erinnern sich im Laufe der Schulwoche immer wieder daran, diese auch zu benutzen.

 

GRUNDGEDANKEN

 

Zum Miteinander im Lebens- und Erfahrungsraum Schule gehören der res- pektvolle Umgang miteinander, gewaltfreie Konfliktlösungen, die Möglich- keit zur Mitgestaltung und die Übernahme von Verantwortung. Seit Beginn des Schuljahres 2015/16 geben unserem Miteinander die gründlich über- arbeiteten Schulregeln Orientierung:

* Ich gehe freundlich, rücksichtsvoll und hilfsbereit mit anderen um.

* Ich ermögliche ein ruhiges Lernen.

* Ich folge den Anweisungen aller Mitarbeiter der Schule.

* Ich achte auf Ordnung und Sauberkeit und gehe sorgsam mit eigenen

   und anderen Sachen um.

Daran arbeiten wir kontinuierlich Tag für Tag und im Rahmen ge-zielter Unterrichtsprojekte. Überdies tragen die folgenden As pekte dazu bei:

 

In wöchentlichen Klassenratssitzungen planen die Kinder Vorhaben der Klasse und suchen und diskutieren Lösungen für aufgetretene Schwierig-keiten. Das Kinderparlament stellt einen klassenübergreifenden Rahmen für die Kinder dar, um sich in Demokratie zu üben. Es tagt wöchentlich und setzt sich aus je zwei Vertretern der einzelnen Klassen und einer Lehrerin zusammen. Die Vertreter wurden in den jeweiligen Klassen bei der Zusam-menkunft im Klassenrat gewählt.

Im Kinderparlament lernen die Kinder, am Schulgeschehen mitzuwirken, Mitverantwortung in schulischen Angelegenheiten zu übernehmen und Probleme zu besprechen.

Schülerinnen und Schüler, die im Kinderparlament tätig sind, sind Vertreter der Klassengemeinschaft. Dies hat zur Folge, dass sie ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen in den Hintergrund stellen müssen, um sich für das Wohl und die Interessen der Klassengemeinschaft einzusetzen. Sie bringen die Ideen und Anliegen aus den Klassenratssitzungen ins Kinder-parlament ein, diskutieren sie und setzen sie um.

 

Einmal im Monat findet eine Schulversammlung mit allen Kindern statt. Hier werden Geburtstage gefeiert, Neuigkeiten mitgeteilt, Lieder gesungen und Produkte und Themen aus dem Unterricht von den Kindern präsentiert.

 

In verschiedenen Diensten regeln die Kinder tägliche Abläufe und über- nehmen Verantwortung als Streitschlichter, Schiedsrichter auf dem Klein-spielfeld, bei der Ausleihe von Pausenspielzeug, bei der Obstausgabe und beim Mülldienst.

 

Die Stopp- Hand soll helfen, drohende Konflikte einzudämmen. Wenn sich Auseinandersetzungen anbahnen, haben die Kinder mit der ge- spreizten Hand und dem Stopp- Ruf die Möglichkeit, eine Eskalation zu vermeiden. Dies bedeutet, Grenzen setzen zu können, aber genauso die individuellen Grenzen anderer zu akzeptieren. Wer die Stopp- Hand einsetzt, darf nicht selber provozieren.

 

Jedes Jahr findet für die Stufen 3 und 4 ein Selbstbehauptungstraining mit Skills4Life statt. Diese Maßnahme ermöglicht uns das Jugendhilfezen- trum für Eitorf und Windeck.

 

Streitschlichtung an unserer Schule

 

Streit, Feindseligkeiten, Gewalt, lästern und ärgern können das Lernklima beeinträchtigen. Daher bilden wir an unserer Grundschule Streitschlichter/innen aus, die eigenverantwortlich Streit und Konflikte behandeln und lösen.

 

Die Streitschlichtung wird an unserer Schule wie folgt organisiert:

  • Eine Gruppe von Schüler/innen wird wöchentlich als Streitschlichter ausgebildet. Diese Ausbildung wird vom Schulsozialarbeiter durchgeführt.
  • Nach ihrer Ausbildung helfen die Streitschlichter/innen den Streitenden, eine gemeinsame Lösung für ihr Problem zu finden.

Die Streitschlichterteams stehen in den Pausen als Ansprechpartner bereit, um ihren Mitschülern als neutrale Vermittler bei der Konfliktlösung behilflich zu sein. Streitigkeiten und Konflikte können in einem fairen Gespräch ohne Schuldzuweisung gelöst werden.

 

Von der Streitschlichtung profitieren alle Schüler:

  • Die Streitschlichter stärken die Autonomie und Eigenverantwortlichkeit der Streitenden sowie ihre Verhandlungs-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit.
  • Jüngere Schüler erhalten ein größeres Maß an Sicherheit, weil sie durch den Streitschlichter Schutz und Unterstützung erfahren.
  • Die Streitschlichter gewinnen für sich die Möglichkeit, ihre schon bestehende Neigung zu sozialem Engagement professionell auszubilden und Kompetenzen zu erwerben und anzuwenden, die ihnen über das Schulleben hinaus von großem Nutzen sind.

 

                                                                                  Michael Wollrab

 

Kontakt

Grundschule Leuscheid
Reidershofer Str. 9
51570 Windeck 

02292 2831

Sprechzeiten im Sekretariat

Mo,Mi,Fr 8:30 - 12:30

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